| EU-Label: Verwirrung auf der bunten Skala |
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| Freitag, 20. Februar 2009 um 16:36 Uhr |
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Die EU plant eine Reform des Energielabels zur Energieeffizienz von Haushaltsgeräten. Vergangenen Mittwoch verschickte die Brüsseler Kommission einen neuen Vorschlag. Künftig sollen weitere Produktgruppen der Kennzeichnungspflicht unterliegen. Wie das Label künftig aussehen soll, ist noch unklar. Umweltverbände und Verbraucherzentrale warnen jedoch vor der Verwässerung der Richtlinie.
Damit ist das größte Manko der bisherigen Kennzeichnung aber auch schon angesprochen: Innerhalb der scheinbar besten Klassen A bis A++ sind die Unterschiede immens. Mit einem A++ Kühlschrank lassen sich nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe (DUH) gegenüber einem A-Gerät bis zu 45 Prozent der Stromkosten sparen, was den billigeren Anschaffungspreis eines weniger effizienten Gerätes über die gesamte Lebensdauer hinweg betrachtet schnell relativiert. Den schnellen Entwicklungen der Technik kommt das bisherige EU-Labels kaum hinterher: Es gibt immer mehr Geräte, die immer sparsamer werden - die Effizienzklassen in der Kennzeichnungsvorschrift aber sind nicht dynamisch, sie verschärfen sich also nicht automatisch mit. Mittlerweile tummeln sich zu viele Produkte innerhalb einer Klasse. In einem Akt von "Notwehr" wurden bereits 2004 die Effizienzklassen A bis G um die Klassen A+ und A++ erweitert. Das sprengte jedoch die einheitliche Kennzeichnung - und erschwert offenbar den Verbrauchern die Orientierung. Die EU hält eine Revision der Richtlinie deshalb für notwendig und will bei der Gelegenheit die Kennzeichnungspflicht gleich auf weitere energiebezogene Produkte ausweiten: Auch Reifen, Dämmstoffe und Fenster müssten künftig mit dem EU-Label gekennzeichnet werden. "Wenn über 90 Prozent der Geräte auf Klasse A oder besser entfallen, hat das Label keinen Informationswert mehr", sagt Christian Noll vom BUND. Nur die besten 10 bis 15 Prozent sollen demnach der höchsten Klasse zugeordnet werden. "Außerdem brauchen wir eine wesentlich bessere Vollzugskontrolle", sagt Simone Naumann von der Deutschen Umwelthilfe. Eine Umfrage habe gezeigt, dass nicht alle Bundesländer Zuständigkeiten und Kontrollbehörden benannt haben, die die Kennzeichnungspflicht in den Landkreisen kontrollieren sollen. Selbst da, wo es solche Behörden gäbe, hake es bei der Umsetzung. Umweltverbände fordern ein einfaches, aber regelmäßig aktualisiertes Effizienzlabel DUH, BUND und vzbv begrüßen den Reformansatz denn auch grundsätzlich, kritisieren jedoch die Vorschläge zur Ausgestaltung des neuen Labels. Hersteller versuchten offenbar, eine Abwertung weniger effizienter Geräten durch strengere Klassen zu verhindern und eine Verwässerung des neuen Kennzeichens zu erreichen. Eine Idee ist etwa, die bekannte Buchstabenskala um eine offene Zahlenskala zu ergänzen. Innerhalb der Effizienzklasse A bekäme dann das Gerät mit der höchsten Effizienz die höchste Zahl angehängt - auf dem "besten" Kühlschrank stünde dann beispielsweise "A7" Sobald noch bessere Geräte auf den Markt kämen, erhielten diese einfach das Label "A8". Das Hauptproblem: Der Vergleich zu anderen Produkten wird komplizierter. Bei Gerätgruppen, in denen sich die Effizienz schneller verbessert, könnte es dann bereits Gruppen wie "A17" geben, während andere Produkte schon bei "A5" fortschrittlich sind.
Umweltverbänden und Verbraucherzentrale fordern zudem strengere Kontrollen: Bisher werde europaweit viel zu wenig überprüft, ob sich Hersteller an die Kennzeichnungspflichten halten. Auch in der Neufassung der Direktive würden Kontrollen und Sanktionen den Mitgliedsstaaten überlassen. Die Organisationen fordern stattdessen feste Regeln für Strafen sowie eine Pflicht der Mitgliedsstaaten, beispielsweise über ihre Kontrollen zu berichten. DUH, BUND und Verbraucherzentrale fordern von der Bundesregierung ein entschiedenes Auftreten in den EU-Abstimmungen: "Würde sie sich klar für eine Dynamisierung der Klassen A bis G aussprechen, könnte die Erfolgsgeschichte des Labels fortgeschrieben werden." SARAH MESSINA Fotos: Dena, BUND |
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