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Spätestens
seitdem es eine Klimakanzlerin gibt, ist der Klimaschutz salonfähig
und in aller Munde. Wie kommt es aber, dass die Umweltverbände
zu einer Demo gegen Kohlekraftwerke wie in Neurath nur ein paar
tausend Leute auf die Straße holen?
Voller
Saal im Forum "Viel Lärm, wenig Resonanz: Rolle von
Umweltbewegungen" am Samstag in der TU Berlin: Die Referenten von .ausgestrahlt, Gegenstrom und dem Zentrum für Technik und Gesellschaft stellen sich vor mehr als
200 Teilnehmern Fragen, zu deren Beantwortung man sich im Saal auch
Vertreter von Verbänden gewünscht hat.
Die
Frage nach der Mobilisierungsfähigkeit der Umweltverbände
ist für Daniel Mittler, einem der McPlanet-Gründer, schnell beantwortet: "Die Umweltverbände haben keine Leute,
die mobilisieren können. Die Mitarbeiter können viele
andere wertvolle Dinge, aber für Mobilisierungen wurden sie
nicht eingestellt". Warum dann aber nicht schnell Leute eingestellt
würden, die mobilisieren könnten, bleibt leider unbeantwortet.
Und dann ist da noch die Sache mit der Konkurrenz: Jochen Stay
bemerkt eine Blockade wegen Eifersüchteleien zwischen den
Verbänden und ist deshalb dafür, auch informelle Ebenen zu
nutzen, um sich abzusprechen.
Nahezu
Einigkeit herrscht über die Frage, wie die Arbeit von Bewegungen
und Verbänden zusammen gehen könnte: es muss Lärm
von den Bewegungen geben, damit Aufmerksamkeit erregt wird. Dazu sind
auch gerne radikale Aktionen gesehen. Das Erfolgsrezept bestehe
allerdings darin, parallel zum "Lärm", auch Lobbygespräche
zu führen – zur Not auch in geheimen Hinterzimmern.
Die
Bewegungsforscherin Heike Walk sieht kaum eine Dialogbereitschaft der
Akteure, weil es kein gemeinsames Feindbild gäbe. Da, wo
radikalere Kräfte die Klimakanzlerin angreifen, da seien die
Verbände froh, dass sie von der Klimakanzlerin zum Gespräch
eingeladen werden.
Hinter
aller zivilgesellschaftlicher Arbeit der Klimaschützer sollte ein
gemeinsames Konzept aller Beteiligten stecken. Nur so ließen
sich die Kräfte bündeln.
Immerhin ein Nenner, auf den man
sich hier einigen kann.
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