| Klima-Flüchtlingslager in Hannover |
|
|
| Sonntag, 05. Juli 2009 um 15:34 Uhr |
Vor dem Hannoveraner Hauptbahnhof haben Aktivisten ein Klima-Flüchtlingslager errichtet Aus Hannover FELIX WERDERMANN "Brote-Armee-Fraktion" steht auf einem, "UN-gerecht" auf einem anderen: Vor dem Hannoveraner Hauptbahnhof ist Zeltlager aufgebaut, das zugleich klein und und groß ist: Die Zelte haben könnten von Playmobil-Figuren bewohnt werden, sind also nur wenige Zentimeter hoch. Gleichzeitig erstreckt sich das Lager über eine weite Fläch: 600 Zelte sind es insgesamt. Die Kunst-Aktion von Hermann Josef Hack findet im Rahmen des "klima.MACHT.flucht"-Kongresses statt, der am Wochenende in Hannover stattfindet. Auf Einladung des Jugendumweltnetzwerks Janun, der Grünen Jugend, der Rosa-Luxemburg-Stiftung und des Flüchtlingsrats Niedersachsen sind etwa 100 junge Menschen gekommen, um Klima- und Antirassismus-Bewegung zu vernetzen. Aktionskünstler Hermann Josef Hack vor seinem Klima-Flüchtligslager in hannover (Fotos: Werdermann)
Vor dem Hauptbahnhof passiert das ganz praktisch: Mit dem Klima-Flüchtlingslager sollen Menschen auf die Konsequenzen des Klimawandels und das Leid der Klima-Flüchtlinge aufmerksam gemacht werden. "Ich will Klimaflüchtlinge aus der Anonymität, aus dem Versteck rausholen", sagt Aktionskünstler und Wir-Klimaretter-Kolumnist Hermann Josef Hack. Warum gerade direkt vor der Fußgängerzone? "Da wird konsumiert, da werden Entscheidungen getroffen" und die hätten immer auch Einfluss auf das Weltklima. Die meisten Passanten, die vorbeikommen, schauen etwas verwundert auf das Kunstwerk. "Eher seltsam" wirke das Flüchtlingslager auf sie, sagt ein jugendliches Mädchen. Nachdem ihr erklärt wird, dass es sich um ein Klima-Flüchtlingslager handelt, fällt ihr ein: "Beim Klimaschutz steht Deutschland ganz vorn." Das habe sie in der Zeitung gelesen. Lukas Müller diskutiert mit Passantinnen über die Kunst-Aktion Eine Gruppe aus acht älteren Damen wird von Lukas Müller über die Aktion aufgeklärt. Er erzählt von Flucht, Fluchtursachen, die von Industriestaaten verursacht werden und von der europäischen Grenzschutzagentur Frontex. Müller spricht immer wieder Passanten an, erklärt, diskutiert. Auch wenn die große Masse an dem Flüchtlingslager vorbeigehe, seien die Leute "sehr interessiert" und "sehr verständnisvoll", erzählt er. Das Klima-Flüchtlingslager ist nicht zum ersten Mal aufgebaut. Künstler Hack ist bereits in acht anderen Städten gewesen, beim ersten Mal vor dem UN-Klimasekretariat in Bonn. Jedes Mal werden es mehr Zelte, seit zweieinhalb Jahren bastelt er an jedem freien Tag ein oder zwei neue Kunstobjekte. Sie sollten aber nicht "zu fabrikhaft" sein, darauf legt er Wert. Und so ist der Gang durch das Klima-Flüchtlingslager eine spannende Entdeckungsreise mit vielen kleinen Überraschungen.
|
| Politik - Also doch: Grüne sehen schwarz |
| Energie - Filmstart: Die vierte Revolution |
| Mobilität - Biosprit nicht immer klimafreundlich |
| Energie - Gorleben-Revival? |
| Umwelt - Mehr Schutz vor Umwelt-Gesundheitsrisiken |
| Umwelt - Neuer Anlauf für "Dschungel statt Öl" |
| Energie - Vattenfall verkauft sein Hochspannungsnetz |
| Politik - Der Präsident und das steigende Meer |
| Klimakonferenz in Kopenhagen |
Weichen richtig stellen, Dr. Grube![]() |
| Standpunkte - Wir brauchen eine neue Hightech-Strategie |
| Zimpels Bewegungsmelder - Eine Frage der individuellen Ansprache |
Erfolgs- geschichten aus dem Widerstand |
| S - Steinkohle |
![]() Andere Aktive suchen und finden |
| Forschung - Drohungen gegen Klimawissenschaftler |
| Politik - Solarförderung: Seehofer lädt zu Spitzengespräch |
| Politik - Der Präsident und das steigende Meer |
| Energie - Öko-Konzern für zentral geregeltes Stromnetz |
| Energie - Mut zum Erdkabel? |