| DIE LINKE - Eine Öko-Soziale Vision? |
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| Donnerstag, 27. August 2009 um 22:00 Uhr |
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Die Wahlprogramme der Bundestagsparteien im Klimaretter-Check. Heute: DIE LINKE
VON SUSANNE GÖTZE
Auf den ersten Blick hat DIE LINKE ein vorbildliches Wahlprogramm in Sachen Klimaschutz hingelegt. Denn Ideale und Visionen zu haben, gehört zum Job eines Sozialisten. Er muss über Bestehendes hinaus weisen und eine andere Welt denken – das ist sein Auftrag. Wie radikal die LINKE in Deutschland ist oder auch nicht, darüber lässt sich trefflich streiten. Aber ihr Wahlprogramm „Konsequent sozial. Für Demokratie und Frieden“ ist Balsam für jede gebeutelte Umweltschützerseele. Die soziale Idee ist in den letzten Jahren grün angestrichen worden. Doch bei genauerem Hinsehen verbergen sich unter dem frisch aufgetragenen Lack an einigen Ecken und Enden faulige Stellen. Sozial und Öko - Feinde oder Freunde? Lange Zeit sahen die LINKEN eine unüberwindliche Kluft zwischen sozialen Bedürfnissen und ökologischen Ansprüchen. Um Missverständnissen vorzubeugen, findet sich gleich zu Beginn des Kapitels „Gesellschaft ökologisch umbauen“ nun der Satz: „Umweltpolitik darf nicht zu einer weiteren sozialen Spaltung der Gesellschaft führen“. Dass sich sozial und ökologisch nicht unbedingt beißen, wollen die Linken mit ihren Forderungen beweisen: Sie plädieren anders als CDU, FDP und SPD für eine ökologische Verkehrswende, bei der es nicht in erster Linie um das „Auto der Zukunft“, sondern um einen Ausbau des öffentlichen Verkehrs geht. Bus und Bahn soll es zu bezahlbaren Preisen geben, Transporte gehören generell auf die Schiene verlegt und Flüge besteuert. Obwohl letzteres nicht unbedingt sozial ist, denn Fliegen würde wieder das werden, was es war: Luxus. Und der Urlaub an die Ostsee wird wieder zur Regel. Auch in der Energiepolitik ist DIE LINKE radikaler als die etablierten Parteien. Sie fordert, den Anteil der erneuerbaren Energien bis 2020 auf mindestens die Hälfte und im Wärme- und Kältesektor auf ein Viertel anzuheben. Das Wort Revolution fällt nicht etwa beim Thema Banken und Kapitalflüsse, sondern bei der Forderung nach einer „ökologisch-technischen Effizienzrevolution“. Deutlich spricht sie sich – auch in Abgrenzung zu ihrer sozialdemokratischen Konkurrenz – gegen neue Kohlekraftwerke und die umstrittene CCS-Technologie aus. Anders als alle anderen Parteien will die LINKE auch einen Sofortausstieg aus der Atomenergie. „Der rot-grüne Atomausstieg ist Nonsens“, heißt es dazu im Programm, denn die Restlaufzeiten würden die Profite der Atomindustrie garantieren.
Nicht alle Linken sind sich grün
All diese Maßnahmen sind ordnungspolitischer Natur. Über Umwelt-Steuern wird im linken Wahlprogramm dagegen nicht geredet – diese vertragen sich wohl nicht mit dem sozialen Anspruch der LINKEN. Einzig die Kerosinsteuer ist erwähnt und schon dort wird klar, dass die steuerpolitischen Eingriffe meist unabsehbare soziale Folgen haben.
Lesen Sie auch die Wahlanalyse der Bundeswahlprogramme der FDP - Klimaschutz als Ware - und der SPD - Zwischen Baum und Borke sowie der CDU/CSU Ab durch die Mitte
(Fotos: DIE LINKE, Götze)
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