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Studie: Keine Stromlücke in Sicht Drucken E-Mail
Freitag, 09. Oktober 2009 um 12:16 Uhr
Für eine sichere Stromversorgung braucht Deutschland weder längere Laufzeiten von Atomkraftwerken noch zusätzliche Kohlemeier. Was sich statt dessen durch die Konkurrenz konventioneller und erneuerbarer Energieträger klar abzeichnet, ist ein gravierender Systemkonflikt. Das ist das Ergebnis einer vom Bundesumweltministerium geförderten Studie des Solar-Insituts Jülich und der Fachhochschule Aachen hervor, die von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) in Berlin vorgestellt wurde.

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Keine Kluft, keine Brücke: „Die Atombrücke in Deutschland endet Anfang der 2020er Jahr - alles was danach kommen soll, sind Geschenke an die marktbeherrschenden Energiekonzerne", sagt DUH-Bundesgeschäftsführer Rainer Baake. Die Energiestudie zeichne nach, dass die durch den gesetzlich festgelegten Atomausstieg abgeschalteten Großkraftwerke bis 2020 durch den Ausbau der Erneuerbaren und die Ergänzung durch flexible Gaskraftwerke ersetzt werden können. 

Für die Entwicklung einer zukunftsfesten und klimaschonenden Stromversorgung sind verlängerte Reaktorlaufzeiten und neue Kohlekraftwerke ein Hindernis: Der naturgemäß unstet anfallende Strom aus Wind und Sonne könne nur dann wirksam integriert werden, wenn flexible, schnell regelbare Kraftwerke den Ausgleich zwischen schwankendem Strombedarf und dem ebenfalls schwankenden Stromangebot schaffen, so die DUH.

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Dass der Systemkonflikt zwischen neuen und alten Energietechnologien bereits heute deutlich bemerkbar ist, war demnach am vergangenen Sonntag an der Strombörse EEX in Leipzig zu beobachten: Erstmals notierte der Durchschnittspreis für die an diesem Tag insgesamt am Spotmarkt gehandelte Strommenge negativ, nämlich bei minus 11,59 Euro pro Megawattstunde (entspricht 11,59 Ct/kWh). Acht Stunden hintereinander lag der Strompreis bei oder unter Null Euro und erreichte zwischen zwei und drei Uhr in der Nacht ein Allzeittief von minus 500,02 Euro pro Megawattstunde. Das bedeutet, dass die Stromkonzerne, die ihre unflexiblen Großkraftwerke auch dann weiterlaufen lassen, wenn die Erneuerbaren den Großteil des Strombedarfs decken, immer tiefer in die Tasche greifen müssen, damit ihnen irgendjemand innerhalb oder außerhalb Deutschlands den Überschussstrom abnimmt.

Von einem gesunden Strommix mit Atom und Kohlestrom sowie Erneuerbarn könne deshalb keine Rede mehr sein, kritisiert die DUH in Richtung Schwarz-Gelb. Union und FDP zitieren die „Stomlücke" regelmäßig herbei, um längere Laufzeiten zu rechtfertigen. „Ab sofort geht es nicht mehr um Sowohl-als-auch, sondern um Entweder-Oder“, sagt Gerd Rosenkranz von der DUH.

Die Studie „Struktur und Dynamik einer Stromversorgung mit einem hohen Anteil erneuerbarer Energieerzeuger - Energiestudie (Zwischenbericht, Stand August 2009) finden Sie HIER

 

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