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Elektroautos: Freischein für Spritfresser Drucken E-Mail
Freitag, 13. November 2009 um 10:51 Uhr

Elektroautos und Hybridfahrzeuge werden bis 2030 nur einen geringen Beitrag zur Senkung von Kohlendioxid-Emissionen im Verkehrssektor leisten können. Das geht aus einer Studie von Transport & Environment, des europäischen Dachverbands des Verkehrsclub Deutschland (VCD) hervor. Bleibt es bei den derzeitigen Rahmenbedingungen, erfüllt die Elektromobilität ledigliche eine Alibi-Funktion. 

elektroauto-transp-and-env.jpgElektroautos kommen gut an: Auch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hatte sich in seiner Antrittsrede im Bundestag für den Ausbau der Elektromobilität ausgesprochen. Ohne gleichzeitigen Druck auf eine generelle Senkung von Kohlendioxid-Emissionen im Autoverkehr können Elektroautos für das Klima in absehbarer Zeit jedoch keine große Rolle spielen, so die Studie. 

Unter die Lupe genommen wird in dem Papier die EU-Klimapolitik im Verkehrssektor. Am Grenzwert für den CO2-Ausstoß von Pkw hat die Europäische Union zwar schon seit Mitte der 90er Jahre diskutiert. Bereits für 2005 war ein Zielwert von 120 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer angepeilt. Durchgesetzt wurde jedoch erst im Dezember 2008 die stufenweisen Einführung eines CO2-Grenzwerts von Pkw von 130 Gramm bis 2015.

Druck zugunsten der Automobilindustrie machte vor allem die deutsche Bundesregierung. Statt kohlenstoffarme Fahrtechnologien voranzutreiben und Anreizen für Investitionen in kohlenstoffarme Fahrzeugtechnologien zu setzten, sei durch die CO2-Grenzwertregelung jedes Elektromodell auf dem Markt gleichzeitig auch ein Freischein zur Produktion von Spritfressern für Autobauern, kritisiert die Studie. Zudem werden Elektroautos generell als Null-Emissionen-Fahrzeuge eingestuft - egal mit welchem Strom sie betankt werden. Elektrofahrzeuge, die derzeit in Pilotversuchen über Deutschlands Straßen rollen und mit Strom aus Kohlekraftwerken betrieben werden, haben jedoch eine schlechtere CO2-Bilanz als ein moderner Verbrennungsmotor, sagt VCD-Verkehrsexperte Michael Müller-Görnert.

Der Schluss der Studie: Beim "Technologie-Hype" um die schmückenden Elektroautos darf auch die Reduktion von Emissionen bei Dieseln und Benzinern nicht vergessen werden. Für den VCD eine klare Aufgabe für das neue Verkehrsministerium. Im schwarz-gelben Koalitionsvertrag sei davon zwar leider nichts zu lesen, so Müller-Görnert: "Schärfere CO2-Grenzwerte ohne Schlupflöcher für die Autohersteller sind jedoch unerlässlich".

(Grafik: T&E)

 

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