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Viel Lärm, wenig Resonanz Drucken E-Mail
Sonntag, 26. April 2009 um 01:46 Uhr

Spätestens seitdem es eine Klimakanzlerin gibt, ist der Klimaschutz salonfähig und in aller Munde. Wie kommt es aber, dass die Umweltverbände zu einer Demo gegen Kohlekraftwerke wie in Neurath nur ein paar tausend Leute auf die Straße holen?

Voller Saal im Forum "Viel Lärm, wenig Resonanz: Rolle von Umweltbewegungen" am Samstag in der TU Berlin: Die Referenten von .ausgestrahlt, Gegenstrom und dem Zentrum für Technik und Gesellschaft stellen sich vor mehr als 200 Teilnehmern Fragen, zu deren Beantwortung man sich im Saal auch Vertreter von Verbänden gewünscht hat. 

Die Frage nach der Mobilisierungsfähigkeit der Umweltverbände ist für Daniel Mittler, einem der McPlanet-Gründer, schnell beantwortet: "Die Umweltverbände haben keine Leute, die mobilisieren können. Die Mitarbeiter können viele andere wertvolle Dinge, aber für Mobilisierungen wurden sie nicht eingestellt". Warum dann aber nicht schnell Leute eingestellt würden, die mobilisieren könnten, bleibt leider unbeantwortet. 

Und dann ist da noch die Sache mit der Konkurrenz: Jochen Stay bemerkt eine Blockade wegen Eifersüchteleien zwischen den Verbänden und ist deshalb dafür, auch informelle Ebenen zu nutzen, um sich abzusprechen. 

Nahezu Einigkeit herrscht über die Frage, wie die Arbeit von Bewegungen und Verbänden zusammen gehen könnte: es muss Lärm von den Bewegungen geben, damit Aufmerksamkeit erregt wird. Dazu sind auch gerne radikale Aktionen gesehen. Das Erfolgsrezept bestehe allerdings darin, parallel zum "Lärm", auch Lobbygespräche zu führen – zur Not auch in geheimen Hinterzimmern. 

Die Bewegungsforscherin Heike Walk sieht kaum eine Dialogbereitschaft der Akteure, weil es kein gemeinsames Feindbild gäbe. Da, wo radikalere Kräfte die Klimakanzlerin angreifen, da seien die Verbände froh, dass sie von der Klimakanzlerin zum Gespräch eingeladen werden.

Hinter aller zivilgesellschaftlicher Arbeit der Klimaschützer sollte ein gemeinsames Konzept aller Beteiligten stecken. Nur so ließen sich die Kräfte bündeln. 

Immerhin ein Nenner, auf den man sich hier einigen kann.

 

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